Kernarbeitsnormen

Seit September 2021 ist die neue Version V3-1 des weltweit von mehr als 70.000 zertifizierten Betrieben angewendeten FSC-Produktkettenstandards FSC-STD-40-004 gültig. Dieser Standard verlangt von FSC-CoC-Zertifikatsinhabern und Bewerbern um ein solches Zertifikat, nachzuweisen, dass ihr Unternehmen die FSC-Kernarbeitsnormen einhält. Diese Kernarbeitsnormen des FSC orientieren sich eng an den Grundprinzipien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) – die älteste Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Sie legen fest, dass Unternehmen im Sinne der Abschaffung von Kinderarbeit, Zwangs- oder Pflichtarbeit und Diskriminierung im Beschäftigungsverhältnis handeln und die Vereinigungsfreiheit sowie die Anerkennung des Rechts auf Kollektivverhandlungen anerkennen müssen.

Wie wird der Nachweis der Konformität erbracht?

Im Rahmen der FSC-Zertifizierung erfolgt der Nachweis der Einhaltung dieser sozialen Standards in Form eines Drei-Schritte-Prozesses:

  • Unternehmen verfassen eine Grundsatzerklärung zu den FSC-Kernarbeitsnormen und geben diese öffentlich bekannt.
  • Unternehmen führen eine Selbstbeurteilung durch, in der sie beschreiben, wie sie die FSC-Kernarbeitsnormen in ihrem Betrieb anwenden.
  • Die zuständige FSC-Zertifizierungsstelle überprüft die Grundsatzerklärung, die Selbstbeurteilung und ob entsprechende Belege und Nachweise vorliegen.

Die Organisation hat dabei sicherzustellen, dass die Einhaltung der FSC-Kernarbeitsnormen alle eigenen Beschäftigten, die der Dienstleister an eigenen Standorten sowie diejenigen von nicht-zertifizierten Subunternehmen im Rahmen des Outsourcings umfasst.

Warum verlangt der FSC eine solche Risikobeurteilung in der Schweiz?

Der Nachweis für die Einhaltung sozialer Mindeststandards mag in einem Land wie der Schweiz, in dem Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Regel gut geschützt sind, auf den ersten Blick wenig dringlich erscheinen. Entsprechend wird er von Unternehmen teilweise als zusätzlicher administrativer Aufwand wahrgenommen. Aus Sicht des FSC bleibt eine regelmässige Überprüfung der Kernarbeitsnormen jedoch auch hierzulande bedeutsam. Sie schafft Transparenz und Verbindlichkeit und regt Unternehmen dazu an, sich systematisch mit sozialen Fragestellungen auseinanderzusetzen. Dazu gehört etwa die Gleichbehandlung von Männern und Frauen. Die weiterhin bestehende unerklärte Lohnlücke zeigt, dass selbst in einem Land mit hohen arbeitsrechtlichen Standards nicht alle Ziele erreicht sind. Der Nachweis sozialer Mindeststandards ist somit weniger formale Pflicht als vielmehr ein Instrument, das Reflexion ermöglicht und die Glaubwürdigkeit unternehmerischen Handelns stärkt.

Hinweis zum Produktkettenstandard

Audits erfolgen nach der jeweils aktuell gültigen Version des FSC-Produktkettenstandards FSC-STD-40-004, derzeit mindestens Version 3-1. Die frühere Version 3-0 ist nicht mehr gültig. Zertifikate müssen den Anforderungen der geltenden Version entsprechen.

Mehr Infos auch hier als Download

Für die Zertifizierung, das Verfassen der Grundsatzerklärung und das Audit kann folgende Unterlage unterstützen.

CoC

Hilfestellung zur Umsetzung der Kernarbeitsnormen

 

 

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Hilfestellung FSC Schweiz

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