Produktketten-Zertifizierung

In FSC-zertifizierten Wäldern wird Holz nach hohen ökologischen und sozialen Standards produziert. Mit den FSC-Labels hat der/ die Verbraucher:in die Möglichkeit, sich bewusst für Produkte aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft zu entscheiden.

Um sicherzustellen, dass Produkte, die das FSC-Label tragen, auch tatsächlich aus den entsprechenden Rohstoffen hergestellt wurden, setzt der FSC das bewährte Instrument der Produktkettenzertifizierung (englisch: Chain of Custody [COC] certification) ein. Dazu muss jedes Unternehmen in der Produktkette, vom Wald bis zum Endkonsumenten, ein innerbetriebliches Verfahren aufbauen, das sicherstellt, dass FSC-zertifizierte Materialien jederzeit identifizierbar sind. Hält das Unternehmen alle Regeln ein, wird ihm das FSC-Zertifikat verliehen. Dieses berechtigt dann dazu, mit FSC zu werben und die zertifizierten (End-)Produkte mit dem FSC-Label auszuzeichnen.

Lesen Sie hier mehr über die Integrität des FSC-Systems.

Die Produktkettenzertifizierung richtet sich an Verarbeiter:innen und Händler:innen

Die Vertrauenskette (Chain of Custody) garantiert, dass nur unter FSC produziertes Holz an die Endkonsumenten gelangt. Jede:r Teilnehmer:in an der Verarbeitungs- und Handelskette muss sich daher COC zertifizieren lassen. In der Schweiz sind über 500 Verarbeiter:innen und Händler:innen COC-zertifiziert. Diese finden sich in der Zertifikatsdatenbank von FSC International: http://info.fsc.org.

FSC-zertifizierten Unternehmen eröffnet die FSC-Zertifizierung die Chance, neue Märkte zu erschliessen, ihren Marktanteil zu steigern und gegebenenfalls einen Mehrpreis für einzelne Produkte zu erzielen. Im Vergleich zu anderen Marktteilnehmern haben FSC-zertifizierte Unternehmen eine höhere Glaubwürdigkeit beim verantwortungsvollen Umgang mit Waldressourcen.

EUDR

Seit dem 29. Juni 2023 gilt in der EU die European Union Deforestation Regulation (EUDR). Sie verbietet das Inverkehrbringen und die Ausfuhr von Produkten, die den Legalitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen der EU nicht entsprechen. Unternehmen müssen eine Sorgfaltsprüfung durchführen. Sie müssen nachweisen, dass ihre Produkte legal sind und nicht von Flächen stammen, die nach dem 31. Dezember 2020 entwaldet oder geschädigt wurden. Am 4. Dezember 2025 haben sich EU-Rat und EU-Parlament darauf geeinigt, den Anwendungsbeginn um ein Jahr zu verschieben.

Für grosse Unternehmen gilt die Verordnung ab dem 30. Dezember 2026.
Kleinst- und Kleinunternehmen haben Zeit bis zum 30. Juni 2027.

Wie FSC Zertifikatshalter:innen bei der Umsetzung der Sorgfaltsprüfung unterstützt, erfahren Sie hier.

5 Schritte zur Produktketten-/CoC-Zertifizierung

 

1. Informieren Sie sich über mögliche Zertifizierer

Kontaktieren Sie einen oder mehrere FSC-akkreditierte Zertifizierungsstellen. Um Ihnen eine erste Einschätzung zum benötigten Kosten- und Zeitaufwand geben zu können, benötigt ein Zertifizierer grundlegende Informationen über Ihr Unternehmen. Sie erhalten von diesem Informationen über die Anforderungen zum Erhalt einer FSC-Zertifizierung.
Mögliche Zertifizierer finden Sie hier.

2. Wählen Sie einen Zertifizierer

Sie entscheiden, mit welcher Zertifizierungsstelle Sie zusammenarbeiten möchten und schliessen mit dieser einen Vertrag ab.

3. Lassen Sie Ihren Betrieb prüfen

Eine Betriebsprüfung findet statt. Dabei werden die Eignung und die Voraussetzungen Ihres Betriebs für eine Zertifizierung bewertet. Dazu müssen Sie den FSC-Check-Prozess durchlaufen. Nach dessen Abschluss werden Sie zum FSC-Zertifizierungsportal weitergeleitet, um den (elektronischen) Markenlizenzvertrag (engl. Trademark License Agreement, TLA) zu signieren.

4. Der/die Zertifizierer:in prüft Ihren Betrieb

Die bei der Betriebsprüfung gesammelten Daten bilden für den bzw. die zuständigen Zertifizierer:in die Grundlage für die Entscheidung über eine erfolgreiche Zertifizierung.

5. Sie Erhalten Ihr FSC-Zertifikat

Bei erfolgreicher Zertifizierung erhalten Sie ein FSC-Zertifikat. Sollte sich bei der Betriebsprüfung jedoch herausstellen, dass Ihr Unternehmen die Anforderungen des FSC noch nicht vollständig erfüllt, erhalten Sie im Prüfungsbericht Empfehlungen dafür, was Sie für eine erfolgreiche Zertifizierung umstellen sollten. Haben Sie diese Vorschläge umgesetzt, können Sie eine erneute Betriebsprüfung veranlassen.

Sind Sie ein Kleinbetrieb?

Dann besteht die Möglichkeit, einer Zertifizierungsgruppe beizutreten. Der Zertifizierungsprozess wird in diesem Fall durch die Gruppe koordiniert. In der Schweiz gibt es folgende Zertifizierungsgruppen:

Holzindustrie Schweiz HIS: Dachverband Schweizer Säger und verwandter Betriebe

Viscom: Verband Print- und Medienindustrie

Drechslerverband Schweiz

Verkaufen Sie über E-Commerce?

FSC hat sich in Partnerschaft mit Amazon bereit erklärt, am Amazon Climate Pledge Friendly-Programm teilzunehmen, das Inhaber:innen von FSC-Zertifikaten und/oder Förderlizenzen mit nachhaltigen Produkten die Möglichkeit bietet, auf der Amazon-Plattform hervorgehoben zu werden. Mehr zum Climate-Pledge Friendly Programm hier.

Gültigkeitsdauer: FSC-Zertifikate gelten für einen Zeitraum von fünf Jahren. Die FSC-akkreditierte Zertifizierungsstelle wird jährliche Kontrollen in Ihrem Unternehmen durchführen, um sicherzugehen, dass Sie weiterhin die Anforderungen einer FSC-Zertifizierung erfüllen.

Die Kosten für eine COC-Zertifizierung setzen sich in der Regel aus folgenden Positionen zusammen:

 

1. Interne Kosten im Unternehmen:
Herleitung der Verfahren und gegebenenfalls Anpassung der betrieblichen Abläufe durch z. B. Umstellungen bei der Warenwirtschaft, Veränderungen bei Einkauf und Wareneingang, Schulung des Personals und Einführung der neuen Prozesse.

2. Externe Kosten für einen Berater:
Bei Bedarf kann Sie ein externer Berater unterstützen. Oft, z. B. beim Handel mit FSC-zertifizierten Fertigprodukten oder bei auftragsbezogenem Einkauf und Materialtrennung, ist kein Berater notwendig. Sie finden hier eine Liste von Beratern.

3. Externe Kosten für eine anerkannte FSC-Zertifizierungsstelle:
Die Zertifizierungsstelle berechnet in der Regel den Auditor samt Reisekosten, die Bearbeitung der Zertifizierung und nachfolgende Services wie Freigaben für den Einsatz der FSC-Warenzeichen. Es kann sinnvoll sein, mehrere Angebote einzuholen. Hier finden Sie FSC-Zertifizierungsstellen.

4. Externe Kosten für die FSC-Zertifikatsgebühr (AAF):
Die Annual Administration Fee (AAF) ist eine jährliche Verwaltungsgebühr von Forest Stewardship Council (FSC) International, die von zertifizierten Unternehmen erhoben wird. Sie wird auf Basis des Gesamtumsatzes forstwirtschaftlicher Erzeugnisse berechnet und hängt von der Art Ihres Unternehmens / Ihrer Zertifizierung ab. Die AAF-Gebühr dient der Finanzierung sowie Weiterentwicklung des globalen FSC-Systems. Die Berechnung erfolgt auf Basis der FSC-Richtlinie FSC-POL-20-005. Mehr Details zur AAF-Gebühr finden Sie im Faktenblatt.