28.02.2023

Studie der WSL zur Douglasie

Mit dem fortschreitenden Klimawandel rückt die Douglasie immer mehr in den Fokus von Forschenden und Forstpersonal. Die in der Schweiz gebietsfremde Douglasie (Pseudotsuga menziesii [Mirb.] Franco) geniesst einen hervorragenden Ruf in der mitteleuropäischen Forstwirtschaft und wird deshalb in den Nachbarländern Deutschland und Frankreich forstlich stark genutzt. In der Schweiz gilt sie aufgrund ihrer Resistenz gegenüber Sommertrockenheit als Zukunftsbaum, der unter heutigen klimatischen Verhältnissen über ein breites Standortsspektrum verfügt. Zurzeit macht ihr Anteil am Gesamtvorrat aller Baumarten in der Schweiz gerade mal 0,32 Prozent aus.

Den vielen Chancen der forstlichen Nutzung stehen jedoch auch einige Risiken gegenüber: Die Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) setzte sich zum Ziel, mehr über das Ausbreitungspotenzial der Douglasie in Schweizer Wäldern herauszufinden. Insbesondere wurden folgende Fragen gestellt und mithilfe von Feldversuchen untersucht:

  • Auf welchen Waldstandorten und in welchen angrenzenden Offenland-Ökosystemen verjüngt sich die Douglasie am besten?
  • Welche Dimensionen von Pufferzonen sind um Offenland wie Moore oder um Sonderwaldstandorte zu wählen, um den Sameneintrag von benachbarten Douglasien zu minimieren?
  • Welche waldbaulichen Massnahmen bestehen, um die Douglasie bei unerwünschter Etablierung zu kontrollieren?

Laut der Studie, die Resultate verschiedener Untersuchungen der letzten Jahre zusammentrug, handelt es sich bei der Douglasie um keine invasive Art: Sie verdrängt demnach keine einheimischen Arten. Jedoch wurde festgestellt, dass vor allem dichte und reine Douglasienbestände zu einer geringeren Biodiversität führen. Die Förderung der Biodiversität ist ein zentrales Anliegen der verantwortungsvollen Waldbewirtschaftung gemäss dem Schweizer FSC-Waldstandard. Hier kommt der Standard des Forest Stewardship Council (FSC), Kriterium 10.3, ins Spiel. Nach diesem Kriterium dürfen Forstbetriebe gebietsfremde Arten nur dann einsetzen, wenn sie über das Wissen und/oder die Erfahrung verfügen, um die Folgen einer Invasion zu kontrollieren und wirksame Abhilfemassnahmen zu ergreifen. Im Fall der Douglasie ist es wichtig, dass die Waldbewirtschafter sie zusammen mit anderen Baumarten anpflanzen, um die Artenvielfalt zu erhalten.

Die Schlussfolgerung der WSL-Studie, dass die Douglasie einen wichtigen Beitrag zu einem widerstandsfähigen Wald der Zukunft leisten kann, steht im Einklang mit den FSC-Standards. Durch die Anpflanzung von Douglasien zusammen mit anderen Baumarten schaffen Forstwirte ein vielfältiges Waldökosystem, das den Auswirkungen des Klimawandels besser standhalten kann.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die WSL-Studie wertvolle Einblicke in die potenziellen Vorteile der Douglasie im Hinblick auf den Klimawandel liefert. Sie unterstreicht aber auch die Bedeutung einer verantwortungsvollen Waldbewirtschaftung, wie sie vom FSC gefördert wird, um sicherzustellen, dass die Verwendung gebietsfremder Arten den lokalen Ökosystemen nicht schadet. Durch die Einhaltung der FSC-Standards und die Anpflanzung von Douglasien zusammen mit anderen Baumarten können Forstwirte dazu beitragen, ein widerstandsfähigeres Waldökosystem für die Zukunft zu schaffen

Das Swiss Wood Innovation Network (S-WIN) erstellte in Kooperation mit dem BAFU ein informatives Kurzvideo, das die wichtigsten Erkenntnisse der Studie vorstellt:

Verbreitungspotential der Douglasie in Schweizer Wäldern – YouTube

Das Video ist einer von vielen Kurzbeiträgen zu abgeschlossenen WHFF-CH (Wald- und Holzforschungsförderung) -Projekten, die in Zusammenarbeit mit dem BAFU bereits entstanden sind. Auf der Webseite von S-WIN und dessen YouTube-Kanal werden laufend neue spannende Beiträge rund um die Themen Wald und Holz veröffentlicht.