09.09.2026
Grosshandel mit Wirkung.
Wie Transgourmet/Prodega Verantwortung entlang der Lieferkette übernimmt.
Sophie Bosshart, Leiterin Nachhaltigkeit © Transgourmet/Prodega Schweiz
In der Interviewreihe „Drei Fragen an …“ sprechen wir mit Menschen und Unternehmen, die sich für verantwortungsvolle Waldwirtschaft nach den Prinzipien des Forest Stewardship Council® (FSC®) engagieren.
Diesmal im Gespräch: Transgourmet/Prodega, führend im Schweizer Belieferungs- und Abholgrosshandel. Über 30’000 Produkte. 31 Abholmärkte. Täglich im Einsatz für Gastronomie, Hotellerie, Gemeinschaftsverpflegung, Detailhandel und Gewerbe.
Doch ein Vollsortiment bedeutet auch: Einfluss.
Rindfleisch, Soja, Palmöl, Kakao, Kaffee, Holz, Papier, viele dieser Rohstoffe stehen weltweit in direktem Zusammenhang mit Entwaldung und der Umwandlung natürlicher Ökosysteme.
Transgourmet/Prodega hat sich deshalb das Ziel gesetzt, entwaldungs- und umwandlungsfreie Lieferketten voranzutreiben, mit klar definiertem Stichtag und messbaren Vorgaben.
Wie gelingt das in der Praxis?
Sie führen zahlreiche Rohstoffe, die weltweit mit Entwaldung in Verbindung stehen, etwa Rindfleisch, Soja, Palmöl, Kakao, Kaffee sowie Holz und Papier. Wie gehen Sie als Grosshändler mit dieser Verantwortung um?
« Wir als Transgourmet/Prodega haben ein grosses Wirkungsspektrum aufgrund der Diversität unserer Kundinnen und Kunden. Nachhaltigkeit ist in unserer Strategie verankert und diese wollen wir auch nach aussen tragen, um wirklich etwas zu bewirken. Dies tun wir, indem wir unser Eigenmarken-Sortiment mit einem definierten Nachhaltigkeits-Mindeststandard anbieten (z.B. mit gewissen Labels oder aus risikofreien Regionen). So können wir unseren Kunden die Hürde nehmen, sich aktiv für die «nachhaltigere Alternative» entscheiden zu müssen. Wir machen die Analyse bereits beim Einkauf unserer Eigenmarken und sorgen von Anfang an für eine risikofreie Beschaffung. »
Sie haben sich das Ziel gesetzt, entwaldungs- und umwandlungsfreie Lieferketten voranzutreiben, mit einem klar definierten Stichtag. Was bedeutet das konkret für Ihre Einkaufspolitik und für Ihre Geschäftspartner?
« Die Eigenmarken-Produkte werden anhand unserer nachhaltigen Beschaffungsrichtlinie, welche wir seit 2023 anwenden, beschafft. Unsere Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner kennen unsere Anforderungen und sind angeleitet, uns entsprechende Waren anzubieten. Durch unsere Verpflichtung zu wissenschaftlich basierten Klimazielen (Science Based Target Initiative SBTi) senken wir unsere Treibhausgas-Emissionen im Unternehmen und entlang der Lieferkette. Hier sind wir auch auf unsere Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner angewiesen und fördern deren nachhaltiges Engagement seit 2024 mit einem Nachhaltigkeits-Award. »
Sie stehen zwischen Produzenten und Profikunden. Wie schaffen Sie es, Nachhaltigkeitsanforderungen konsequent umzusetzen und gleichzeitig wirtschaftlich wettbewerbsfähig zu bleiben?
« Das ist in der Tat ein Spannungsfeld: Unsere Kundinnen und Kunden erwarten attraktive Preise, gleichzeitig werden nachhaltige Produkte oft mit konventionellen Artikeln verglichen, obwohl sich deren Beschaffung, Herkunft und Rahmenbedingungen unterscheiden. Wir definieren deshalb früh im Einkauf klare Nachhaltigkeitskriterien und integrieren diese konsequent in unsere Sortimentsentscheide. Gleichzeitig nutzen wir unsere Marktgrösse innerhalb der Transgourmet-Gruppe und bündeln Volumen, um Skaleneffekte zu erzielen und nachhaltigere Produkte wettbewerbsfähig anzubieten. Der kontinuierliche Austausch mit den produzierenden Betrieben ist dabei entscheidend, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Transparenz: Wir sorgen dafür, dass die nachhaltigen Mehrwerte unserer Eigenmarken für unsere Kundinnen und Kunden klar und glaubwürdig erkennbar sind. So ermöglichen wir nachhaltige Entscheidungen, ohne die Wirtschaftlichkeit aus dem Blick zu verlieren. »
Wir danken Sophie Bosshart, Leiterin für Nachhaltigkeit bei Transgourmet/Prodega Schweiz, für das Gespräch.
Zum Abschluss möchten wir noch auf den Nachhaltigkeits-Award von Transgourmet/Prodega Schweiz hinweisen: Die Auszeichnung wird jährlich an ein Unternehmen verliehen, das sich besonders für nachhaltige Lösungen engagiert. In diesem Jahr ging der Award an die Duni AG aus Rotkreuz.
Copyright: Transgourmet/Prodega Schweiz
